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Von der Schultheaterbühne ins Staatstheater Braunschweig

Alles begann mit den Märchentagen 2024 an der Grundschule Rothestraße: Die damalige 3c brachte im Rahmen der Hamburger Märchentage das Stück „Die verwandelten Elfen“ auf die Bühne – eine weitere preisgekrönte Eigenproduktion unserer Schule.

Schon im Jahr zuvor konnte unsere Märchenproduktion „Die guten Tage“ (3e) ebenfalls unter der Spielleitung von Stefan Rüh und mit der Musik von Mirko Frank im Landeswettbewerb Flex-6 die Jury überzeugen und wurden im Thalia Theater zur Aufführung gebracht. Auch „Die verwandelten Elfen“ begeisterte Publikum, Fachleute und die Jury: Im Mai folgte der Auftritt im Thalia Theater – und damit war die Reise der Elfen noch lange nicht zu Ende.

Der Weg zum SDL 2025

Im nächsten Schritt reichten wir die Produktion für den Bundeswettbewerb SDL 2025 (Schultheater der Länder) ein – welches in diesem Jahr unter dem Festivalmotto „Vielfalt“ lief. Im Vorentscheid wurden unsere Elfen gemeinsam mit zwei weiteren Hamburger Produktionen an die Bundesjury weitergereicht. Die Bundesjury wählt schließlich je eine Produktion pro Bundesland aus – und unsere Elfen wurden tatsächlich als Beitrag für Hamburg ausgewählt.

Ausrichtendes Bundesland für Europas größtes Theaterfestival war in diesem Jahr Niedersachsen. Für die jetzige 4c bedeutete das: Bühne frei in einem der großen Theaterhäuser Deutschlands.

Am Sonntag, 28.09.2025 um 10:00 Uhr, zeigte die jetzige 4c ihre Eigenproduktion „Die verwandelten Elfen“ im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig – vor rund 1.100 Zuschauerinnen und Zuschauern. Für die 4c war der SDL eine Theaterklassenfahrt im besten Sinne: eine Woche unterwegs, Theater schauen, Theater machen und ganz viel gemeinsam erleben. Wir besuchten Vorstellungen aus anderen Bundesländern und lernten andere Gruppen kennen. In Workshops konnten die Kinder selbst auf Entdeckungsreise gehen und neue Ausdrucksformen ausprobieren.

Der 40-minütige Auftritt der 4c sorgte für große Aufmerksamkeit und zeigte eindrucksvoll, was Grundschultheater leisten kann: Mut, Spielfreude, Präzision, Humor – und eine gemeinsame künstlerische Sprache, die weit über den Klassenraum hinausreicht.

Das Team hinter den Elfen

Diese Reise wurde möglich durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter:
Spielleitung: Stefan Rüh
Musik: Mirko Frank
Ausstattung: Suna von Leffen

Resonanz:

Die Elfen aus Hamburg zauberten auch dem müdesten Gesicht am Morgen ein großes Schmunzeln auf die Lippen! 

Am Sonntag, den 28.09.2025 um 10:00 Uhr, zeigte die ehemalige 3c, jetzt 4c, ihre Eigenproduktion „Die verwandelten Elfen“ im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig. Im Programm des SDL-Festivals konnten die Hamburger*innen als zweite Gruppe insgesamt und als Auftakt des Sonntags begeistern. Zusammen mit der Spielleitung Stefan Rüh, der Technik von Frank Engelhardt, der Musik von Mirko Frank und der Ausstattung von Suna von Leffen entwickelte die damals 3. Klasse innerhalb der Märchentage 2024 an der Schule Rothestrasse Hamburg diese rührende Produktion. 

Ein paar Performende gehen auf die Bühne, sie halten ein kleines Kerzenlicht in der Hand und führen selbstbewusst und voller Mut in die bevorstehende Reise nach Irland ein. Energetisch bewegt sich die Gruppe in einer individuellen Gangart über die Bühne, bereits in den ersten Minuten hat die Schulklasse das Lachen des Publikums auf ihrer Seite. Die eingeschlafenen Reisenden können nur durch einen Klatschrhythmus geweckt werden. Beeindruckend assoziieren die Spieler*innen nun zum Land Irland auf Englisch, ein Übergang zur nächsten Szene. Voller Überzeugung und mit viel Charme geht eine Darstellerin in das Publikum, setzt beliebigen Leuten den Erzählerhut des „Geschichtenerzählers aus Irland” auf und lässt sie eine Märchengeschichte vorlesen. Diese ehrliche Interaktion bekommt verdienten Zwischenapplaus. 

Danach werden die Spielenden zu Elfen, setzen ihre Elfenmasken auf und zeigen den Elfenfinger. Der wohl stärkste von den vielen eindrucksvollen Momenten ist das Elfenlied mit dem dazugehörigen Elfentanz. Berührend und dynamisch singen und tanzen die Elfen über ihr Leben im behutsamen und versteckten Zauberwald. Dort findet auch eine Elfen-Comedyshow statt. Mit viel Humor und Energie holt die 4c durch ihre sprachlichen und körperlichen Fähigkeiten das Publikum ab: Das Grinsen ist im ganzen Saal zu spüren. Der Geschichtenerzähler erhält bei seinem Glauben an Elfen Zustimmung: „Ich glaube dir!“ Doch alle kann er davon nicht überzeugen. Somit bilden sich zwei Gruppen; die einen glauben an Elfen, die anderen nicht und wie könnte man das besser lösen als mit einem lässigen Rap-Battle? Der Geschichtenerzähler führt die Gruppe in den Zauberwald, doch die Elfen zeigen sich nicht. Am Ende bleibt er allein mit seinem Glauben und dem Klang des Elfenliedes im Ohr. Ein letztes Mal singen und vertanzen die Spielenden ihr Lied und noch jetzt geht es den Zuschauer*innen wie dem Geschichtenerzähler, das Elfenlied bleibt ein lieblicher Ohrwurm im Kopf. 

„Die verwandelten Elfen“ setzt, untermalt von einer herzlichen Musikgestaltung und einer passenden Lichtstimmung, die strahlenden Augen der energiegeladenen Gruppe in den Fokus. Als Zuschauer*in fühlt man sich mit viel Humor und Authentizität mitgenommen auf die Reise nach Irland und zum Wald der Elfen. Die große Spielfreude, Kreativität, der Mut der Schüler*innen und die durchweg herzliche und kinderorientierte Arbeit aller am Stück Beteiligten machen diese Produktion zu einer herzerwärmenden Reise zwischen Fantasie und Realität.
Autorin: Johanna Peters, Studentin des Darstellenden Spiels der HBK Braunschweig

(Text: Stefan Rueh | Fotos: Madeleine Franke)